Boston

… Wir verließen das Cruise Terminal, in dem wir unsere Räder schoben, weil nach den US-amerikanischen Hafenregelungen das Benutzen von Fahrrädern im Hafenbereich nicht gestattet ist. Dann ging unsere Tour los. Im langsamen Konvoi verließen wir das Seaport District über die Summer Street und überquerten dann ein Hafenbecken in der Nähe des Atlantic Wharf. Von da aus ging es in das Financial District mit diversen Geschäftshäusern, die jedoch bei weitem nicht Größe und Ausmaße von New Yorker Bürotürmen einnahmen. Weiter ging es durch einige sehr schöne Straßen, unter anderem die Beacon Street. Durch die Parkanlagen durften wir mit den Rädern leider nicht fahren. Wir nahmen dann die Commonwealth Avenue und machten einen kurzen Abstecher zur Newbury Street, der Haupteinkaufsstrasse in Boston. Dann ging es in einem kurzen Bogen in Richtung Wasser.  Die Fahrt am Ufer des Charles River begann. Zwischendurch kam auch die Sonne raus, so dass man die bunten Bäume am Uferrand richtig genießen konnte. Auf dem Charles River konnten wir einige Ruderer beobachten, die für einen Wettkampf am kommenden Wochenende trainierten, für den überall in der Stadt Werbung gemacht wurde.

Unsere nächste Station war Cambridge, das offizielle zu Boston gehört und die berühmte Harvard University beheimatet. De facto ist Cambridge gleich Harvard, weil die verschiedenen Fakultäten der Harvard University weite Teile der Stadtflächen einnehmen bzw. die umgebenden Apartmenthäuser und Geschäfte im wesentlichen der Versorgung der Universität dienen. Wir nahmen also die Brücke über den Charles River und fuhren noch durch eine kleine Geschäftsstraße in Cambridge bis wir vor das große Tor am Eingang des Campus der Harvard University gelangten.  Ein sehr beeindruckender Torbogen mit Pförtnerhaus erwartete uns. Unser Bostoner Guide meldete die Fahrradgruppe an und dann durften wir unsere Räder auf den Campus schieben. Die Atmosphäre war wie in amerikanischen Filmen:  eine ruhige und gehobene Gelassenheit, die sowohl von den Gebäuden der einzelnen Fakultäten, als auch von den Studenten ausging, die uns begegneten.

Bevor wir den Campus alleine erkunden konnten, erzählte uns unsere Guide noch eine paar Einzelheiten über die Harvard University. Die Eliteuniversität wurde 1636 von frommen englischen Kolonialisten gegründet. Der Gründer war im Übrigen nicht Mr. John Harvard. Dieser war „lediglich“ ein großzügiger Geldgeber, nach dem die Universität 1638 nach dem Tode von John Harvard benannt wurde.  An der Harvard University studieren knapp 20.000 Studenten, was für die großen deutschen Universitäten sicherlich ein Traum wäre. Die Universität zu Köln muss sich beispielsweise mit rund 60.000 Studenten auf engerem Raum beschäftigen.

Wir machten also einen kleinen Spaziergang über den Campus und folgten natürlich auch der üblichen Touristenattraktion, nämlich der Skulptur von John Harvard über den Schuh zu streichen, was angeblich Glück bringen soll. Probieren kann man es ja.

Auf dem Campus finden sich diverse gut erhaltene Gebäude und auch eine Kirche. Wie bereits erwähnt, fällt einem insbesondere die Ruhe und Gelassenheit auf, die die Harvard University an diesem Vormittag ausstrahlte. Wir haben noch ein paar Fotos gemacht, bevor es dann wieder in Richtung Bostoner Innenstadt zurückging. Von Cambridge bekamen wir auf der Fahrt noch einige schöne kleine Strassen mit Studentencafés zu sehen.

Dann erreichten wir wieder den Charles River und es ging am Ufer entlang zurück. Etwa auf der Hälfte machten wir einen kurzen Stopp vor den teilweise imposanten Gebäuden der MIT – dem Massachusetts Institute of Technology. Ebenfalls eine riesige Unversität, in diesem Fall für die technischen Berufe. Im Vergleich zur altehrwürdigen Harvard University fielen die Gebäude allerdings deutlich ab.

Von hier aus hatte man im Übrigen auch einen wunderschönen Blick auf die Skyline der Bostoner Innenstadt.

Der nächste Halt war eines der ältesten Kriegssegelschiffe der Welt, das noch immer im Hafen von Boston liegt. Tatsächlich ist das, was man dort im Wasser liegen sieht, allerdings nicht sonderlich alt. Das Schiff wurde nämlich bereits mehrfach komplett überholt und rekonstruiert. Aber man kann sich zumindest darauf verlassen, dass das Schiff seinerzeit wohl auch fast genauso ausgesehen hat.

Es ging weiter mit den E-Bikes durch das Hafengelände in Richtung Quincy Market, einem vergleichsweise „historischen“ Gebäude, das 1824-1826 errichtet wurde. Quincy Market liegt in Hafennähe und beheimatet diverse kleine Restaurants und Essensstände im Inneren. Von deutschen Spezialitäten über japanisches Teriyaki, thailändischer Küche, Fast Food aller Art bis hin zu ausgeprochen leckeren amerikanischen Cookies, war alles zu haben. Wir entschieden uns für japanisches Rindfleisch Teriyaki mit Salat und waren damit hochzufrieden. Weil es drinnen verhältnismäßig warm und voll war, haben wir uns draußen vor das Gebäude des Quincy Market auf eine Bank gesetzt. Da die Sonne schien und die Mittagstemperatur bereits bei knapp 20 Grad lag, war das schon ein netter Höhepunkt.

Um den eigentlichen Quincy-Market herum haben sich diverse – meist kleinere Geschäfte und Boutiquen – angesiedelt, die man sich als Besucher einmal anschauen kann. Auch Abercrombie & Fitch unterhält eine Filiale am Quincy Market.

Nach einer etwa eineinhalb stündigen Mittagspause ging es wieder auf die Räder, um den kurzen Rückweg zum Schiff anzutreten. Wir fuhren als im Konvoi durch das Hafengebiet bis zu unserem Pier. Dort verabschiedete sich der Bostoner Guide und wir schoben die Fahrräder zurück durch das Hafengebäude auf den Pier vor der AIDA Bella. Da wir eine weitere Fahrradtour in Halifax geplant hatten, konnten wir unsere Helme behalten.

Wir sind dann also kurz auf unsere Kabine zurück, bevor wir kurz danach wieder das Schiff verließen, um noch eine kleine individuelle Stadterkundung zu beginnen. Unten am Hafgengebäude organisierten wir uns also ein Taxi, das ebenso in New York mit TV-Bildschirm und dem gleichen Kreditkartensystem ausgerüstet war. Wir baten den Taxifahrer uns zur Newbury Street zu bringen. Das Taxi kostete vom Hafen aus etwa U$ 17. Die Newbury Street wirkte zu dieser Tageszeit nahezu verschlafen. In manchen Geschäften war so gut wie gar nichts los. Ansonsten waren die Läden meist in schönen älteren Gebäuden untergebracht. Neben einigen Luxuslabels fand man auch die üblichen globalen Ketten wie Zara und H&M aber auch die amerikanischen Filialen von Banana Republic oder Guess. Ungewöhliche Geschäfte gab es leider nur wenige.

 

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Boston

Januar 3rd, 2014

… Wir verließen das Cruise Terminal, in dem wir unsere Räder schoben, weil nach den US-amerikanischen Hafenregelungen das Benutzen von Fahrrädern im Hafenbereich nicht gestattet ist. Dann ging unsere Tour los. Im langsamen Konvoi verließen wir das Seaport District über die Summer Street und überquerten dann ein Hafenbecken in der Nähe des Atlantic Wharf. Von da aus ging es in das Financial District mit diversen Geschäftshäusern, die jedoch bei weitem nicht Größe und Ausmaße von New Yorker Bürotürmen einnahmen. Weiter ging es durch einige sehr schöne Straßen, unter anderem die Beacon Street. Durch die Parkanlagen durften wir mit den Rädern leider nicht fahren. Wir nahmen dann die Commonwealth Avenue und machten einen kurzen Abstecher zur Newbury Street, der Haupteinkaufsstrasse in Boston. Dann ging es in einem kurzen Bogen in Richtung Wasser.  Die Fahrt am Ufer des Charles River begann. Zwischendurch kam auch die Sonne raus, so dass man die bunten Bäume am Uferrand richtig genießen konnte. Auf dem Charles River konnten wir einige Ruderer beobachten, die für einen Wettkampf am kommenden Wochenende trainierten, für den überall in der Stadt Werbung gemacht wurde.

Unsere nächste Station war Cambridge, das offizielle zu Boston gehört und die berühmte Harvard University beheimatet. De facto ist Cambridge gleich Harvard, weil die verschiedenen Fakultäten der Harvard University weite Teile der Stadtflächen einnehmen bzw. die umgebenden Apartmenthäuser und Geschäfte im wesentlichen der Versorgung der Universität dienen. Wir nahmen also die Brücke über den Charles River und fuhren noch durch eine kleine Geschäftsstraße in Cambridge bis wir vor das große Tor am Eingang des Campus der Harvard University gelangten.  Ein sehr beeindruckender Torbogen mit Pförtnerhaus erwartete uns. Unser Bostoner Guide meldete die Fahrradgruppe an und dann durften wir unsere Räder auf den Campus schieben. Die Atmosphäre war wie in amerikanischen Filmen:  eine ruhige und gehobene Gelassenheit, die sowohl von den Gebäuden der einzelnen Fakultäten, als auch von den Studenten ausging, die uns begegneten.

Bevor wir den Campus alleine erkunden konnten, erzählte uns unsere Guide noch eine paar Einzelheiten über die Harvard University. Die Eliteuniversität wurde 1636 von frommen englischen Kolonialisten gegründet. Der Gründer war im Übrigen nicht Mr. John Harvard. Dieser war „lediglich“ ein großzügiger Geldgeber, nach dem die Universität 1638 nach dem Tode von John Harvard benannt wurde.  An der Harvard University studieren knapp 20.000 Studenten, was für die großen deutschen Universitäten sicherlich ein Traum wäre. Die Universität zu Köln muss sich beispielsweise mit rund 60.000 Studenten auf engerem Raum beschäftigen.

Wir machten also einen kleinen Spaziergang über den Campus und folgten natürlich auch der üblichen Touristenattraktion, nämlich der Skulptur von John Harvard über den Schuh zu streichen, was angeblich Glück bringen soll. Probieren kann man es ja.

Auf dem Campus finden sich diverse gut erhaltene Gebäude und auch eine Kirche. Wie bereits erwähnt, fällt einem insbesondere die Ruhe und Gelassenheit auf, die die Harvard University an diesem Vormittag ausstrahlte. Wir haben noch ein paar Fotos gemacht, bevor es dann wieder in Richtung Bostoner Innenstadt zurückging. Von Cambridge bekamen wir auf der Fahrt noch einige schöne kleine Strassen mit Studentencafés zu sehen.

Dann erreichten wir wieder den Charles River und es ging am Ufer entlang zurück. Etwa auf der Hälfte machten wir einen kurzen Stopp vor den teilweise imposanten Gebäuden der MIT – dem Massachusetts Institute of Technology. Ebenfalls eine riesige Unversität, in diesem Fall für die technischen Berufe. Im Vergleich zur altehrwürdigen Harvard University fielen die Gebäude allerdings deutlich ab.

Von hier aus hatte man im Übrigen auch einen wunderschönen Blick auf die Skyline der Bostoner Innenstadt.

Der nächste Halt war eines der ältesten Kriegssegelschiffe der Welt, das noch immer im Hafen von Boston liegt. Tatsächlich ist das, was man dort im Wasser liegen sieht, allerdings nicht sonderlich alt. Das Schiff wurde nämlich bereits mehrfach komplett überholt und rekonstruiert. Aber man kann sich zumindest darauf verlassen, dass das Schiff seinerzeit wohl auch fast genauso ausgesehen hat.

Es ging weiter mit den E-Bikes durch das Hafengelände in Richtung Quincy Market, einem vergleichsweise „historischen“ Gebäude, das 1824-1826 errichtet wurde. Quincy Market liegt in Hafennähe und beheimatet diverse kleine Restaurants und Essensstände im Inneren. Von deutschen Spezialitäten über japanisches Teriyaki, thailändischer Küche, Fast Food aller Art bis hin zu ausgeprochen leckeren amerikanischen Cookies, war alles zu haben. Wir entschieden uns für japanisches Rindfleisch Teriyaki mit Salat und waren damit hochzufrieden. Weil es drinnen verhältnismäßig warm und voll war, haben wir uns draußen vor das Gebäude des Quincy Market auf eine Bank gesetzt. Da die Sonne schien und die Mittagstemperatur bereits bei knapp 20 Grad lag, war das schon ein netter Höhepunkt.

Um den eigentlichen Quincy-Market herum haben sich diverse – meist kleinere Geschäfte und Boutiquen – angesiedelt, die man sich als Besucher einmal anschauen kann. Auch Abercrombie & Fitch unterhält eine Filiale am Quincy Market.

Nach einer etwa eineinhalb stündigen Mittagspause ging es wieder auf die Räder, um den kurzen Rückweg zum Schiff anzutreten. Wir fuhren als im Konvoi durch das Hafengebiet bis zu unserem Pier. Dort verabschiedete sich der Bostoner Guide und wir schoben die Fahrräder zurück durch das Hafengebäude auf den Pier vor der AIDA Bella. Da wir eine weitere Fahrradtour in Halifax geplant hatten, konnten wir unsere Helme behalten.

Wir sind dann also kurz auf unsere Kabine zurück, bevor wir kurz danach wieder das Schiff verließen, um noch eine kleine individuelle Stadterkundung zu beginnen. Unten am Hafgengebäude organisierten wir uns also ein Taxi, das ebenso in New York mit TV-Bildschirm und dem gleichen Kreditkartensystem ausgerüstet war. Wir baten den Taxifahrer uns zur Newbury Street zu bringen. Das Taxi kostete vom Hafen aus etwa U$ 17. Die Newbury Street wirkte zu dieser Tageszeit nahezu verschlafen. In manchen Geschäften war so gut wie gar nichts los. Ansonsten waren die Läden meist in schönen älteren Gebäuden untergebracht. Neben einigen Luxuslabels fand man auch die üblichen globalen Ketten wie Zara und H&M aber auch die amerikanischen Filialen von Banana Republic oder Guess. Ungewöhliche Geschäfte gab es leider nur wenige.

 

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